Katholische Glaubensinformation Wien

Geschichte der KGI

Gründung und Prägung durch Dr. Madinger

Madinger_Telefon.jpgDr. Herbert Madinger ist der Gründer und langjährige Leiter der Katholischen Glaubensinformation. Seine persönliche Suche nach der Wahrheit und dem Sinn des Lebens hat nicht nur dazu geführt, dass er Gott gefunden hat, sondern auch dazu, dass er den entdeckten Schatz des Glaubens an viele Menschen weitergeben wollte. Ihm lagen besonders jene Menschen am Herzen, die auf der Suche waren, aber Gott noch nicht gefunden hatten. Deshalb hat er, nachdem er zum Priester geweiht worden war, mit ganzer Kraft versucht, sein Leben in den Dienst der Verkündigung des Evangeliums zu stellen.

Er ging Wege, die für die damalige Zeit neu und unkonventionell waren. Er hat begonnen die Glaubensbriefe zu schreiben, weil er den Menschen „als Freund“ schreiben und ihnen helfen wollte. Er hat die Briefe zuerst für seine Mitarbeiter geschrieben, um sie bei ihrem Apostolat der Hausbesuche zu stärken. Er hat für jene geschrieben, die besucht worden sind, um ihnen auf dem Weg des Glaubens zu helfen. Er hat sie für seine Schüler geschrieben, denen er im Unterricht eine Hilfe fürs Leben mitgeben wollte. 1965 schickte Dr. Madinger die Glaubensbriefe schon an 7000 Menschen.

Auf Anregung des damaligen Seelsorgeamtsleiters der Erzdiözese Wien, P. Josef Zeininger OSFS, wurden die Glaubensbriefe ab 1965 als „Briefe der Kath. Glaubensinformation der Erzdiözese Wien“ ausgesandt. Diese erste Aussendung mit 8. Dezember 1965 kann als die Geburtsstunde der KGI-Wien bezeichnet werden. Die Briefe erreichten bald eine hohe Auflage und wurden an mehr als 120.000 Menschen in ganz Österreich gesandt.

SpruchplakatHW.jpgEine beeindruckende Aktion für viele, oft auch für sogenannte Fernstehende der Kirche, wurden ab 1973 die Spruchplakate der KGI. Sie waren ein Weg, die Botschaft Christi in wenigen Worten weiterzusagen. Die Wurzeln für diese prägnanten, kurzen Texte lagen im Wort der Mutter Herbert Madingers: „Herbert, sag es mir mit einem Satz!“ So entstanden die bunten Spruchplakate der KGI! Sie eroberten durch die Mitarbeit freiwilliger „Plakat-Helfer“ bald die Anschlagbretter vieler öffentlicher und kirchlicher Stellen. Später fanden sie als „Wohnungsplakate“ Eingang in die Wohnungen. Dort standen sie den Menschen leuchtend, helfend und manchmal auch mahnend vor Augen und halfen mit, ihr Gewissen zu prägen.
Diese Plakat-Aktion ist bis auf Weiteres eingestellt. Viele Spruchplakate sind in den beiden Glaubensbüchlein „Leitsprüche fürs Leben“ und „Das Herz wird siegen“ abgedruckt.

Die Rosenkränze (ab 1978) und die Statuen der Wander-Muttergottes (ab 1983) sind der große Versuch, den Menschen wieder zum Gebet zu helfen. Denn in den letzten Jahrzehnten ist vielen das Geheimnis Gottes entrissen worden, bei manchen ist Gott „verloren gegangen“. Dr. Madinger hatte selbst erlebt, dass das treue Gebet und das Vertrauen auf die Muttergottes eine Wende in seinem Leben gebracht hat. Er war der festen Überzeugung, dass Maria den Weg zu Christus bahnt. Das Echo der Menschen hat es bestätigt: Seit damals haben unzählige Menschen berichtet, dass sie durch das Beten des Rosenkranzes und das Gebet vor der Wander-Muttergottes Hilfe, Schutz und Befreiung erfahren haben. Vieles ist in folgende Glaubensbüchlein eingeflossen: „Der Rosenkranz der Kraft“, „Das Geheimnis Mariens“, „Weiht euch meinem Unbefleckten Herzen“ und „Die Wander-Muttergottes kommt“.
Bis heute wurden über 4,5 Millionen Rosenkränze verschickt, die durch freiwillige Helfer der KGI in Heimarbeit geknüpft worden sind.
Etwa 4500 Mitarbeiter der KGI lassen als Stützpunkte der Wander-Muttergottes auch heute rund 5000 Muttergottes-Statuen pilgern: alle 2–4 Wochen, von Familie zu Familie, in Häuser und Wohnungen, zu jüngeren und älteren Menschen ...

Ab 1981 wurden die Glaubensbriefe auch als kleine handliche Glaubensbüchlein verschickt. Die Büchlein behandeln viele grundsätzliche Themen: „Fundamente des Glaubens“, „Herr, was willst Du, dass ich tue?“, „Du bist von Gott geliebt“, „Hörst Du mich rufen, Gott?“, „Die heilige Messe“, „Öffnet euer Herz füreinander“, „Hauskirche“ …

KGI und Schwestern der Jüngersuche, Kalasantiner und Jüngergemeinschaft

Bei Einkehrtagen von Dr. Madinger im Jahr 1959 entschieden sich zwei junge Männer, Priester zu werden und bei den Kalasantinern einzutreten. Nach ihrer Priesterweihe arbeiteten diese beiden Kalasantiner und auch einige Priester aus anderen Gemeinschaften mit Dr. Madinger zusammen. Es entstanden „Tage des Gespräches und der Begegnung“ (TGB), und daraus Gruppen junger Menschen im Entscheidungsalter. Durch sogenannte „Gruppenhelfer“ und „Gruppenhelferinnen“ wurden diese KGI-Gruppen aufgebaut und geführt. Aus den hauptberuflichen „Gruppenhelferinnen“ entstanden 1979 die „Schwestern der Jüngersuche“. Auch zahlreiche junge Männer fanden ihre geistliche Berufung: bei den Kalasantinern, in anderen Ordensgemeinschaften und als Diözesanpriester.

Diese Zusammenarbeit mit den „Kalasantinern“ und den „Schwestern der Jüngersuche“ hat sich in den folgenden Jahren ausgeweitet. Manches wurde nach und nach neu geordnet: Aus den damaligen Jüngergruppen entwickelte sich die „Jüngergemeinschaft“. Sie übernahm Impulse von Dr. Madinger, entwickelte auch neue Ideen und selbstständige Wege, sodass sich eine eigenständige Sendung der „Jüngergemeinschaft“ entfaltete. Die Schwestern der Jüngersuche in Wien arbeiten ganz in diesem Bereich. Gleichzeitig halfen von 1995 bis 2008/2009 einige Priester und Schwestern aus der „Jüngergemeinschaft“ bei der Stützpunkt-Seelsorge der Wander-Muttergottes in der KGI mit, da es in der KGI damals zu wenige Mitarbeiter gab. Das war eine große Hilfe und Befruchtung für die verschiedenen Bereiche. Seit 2009 wird die Seelsorge mit den Stützpunkten der Wander-Muttergottes wieder ausschließlich von der KGI geführt. Denn durch jene Schwestern, die früher im „P. Schwartz-Missionszentrum“ wirkten, waren wieder mehr Mitarbeiter für die Aufgabe der Wander-Muttergottes verfügbar. Deshalb wird jetzt die Stützpunkt-Seelsorge der Wander-Muttergottes ganz von jenen Schwestern der Jüngersuche betreut, die in der KGI von Schwarzau aus wirken. Dazu gehören auch jene beiden „Schwestern der Jüngersuche“, die seit 2008 von Aschau bei Feldkirchen (Bez. Braunau in OÖ) aus in der Heimat-Mission der KGI mitarbeiten.

Priesterlich ist es für P. Christian Oppitz COp eine sehr große Hilfe und Ergänzung, dass auch sein 2007 zum Priester geweihter Mitbruder P. Martin Glechner COp ganz in der Sendung der KGI mitarbeitet. Das Team der KGI besteht derzeit aus rund 20 Personen, die gemeinsam in der Heimat-Mission wirken.

KGI und das „P. Schwartz-Missionszentrum“

Aufgrund der Bitte des Erzbischofs von Wien hat P. Christian mit einigen Schwestern der Jüngersuche im September 1990 mit dem Missionszentrum in Schwarzau am Steinfeld begonnen. Der Herr Erzbischof wollte, dass wir gleichsam „wie ein geistliches Mistbeet“ in der Region und darüber hinaus mithelfen, den Boden für eine Erneuerung des Glaubens zu bereiten. Von Anfang an war es von uns als ein kleines Evangelisations-Zentrum gedacht, das in dieser Region und nach Maßgabe der Kraft auch auf ganz Österreich ausstrahlt. Die Pfarre Schwarzau wurde damals zur seelsorglichen Betreuung von den Kalasantinern mitübernommen.

Der Name „P. Schwartz-Missionszentrum“ geht auf den Gründer der Kalasantiner „P. Anton Maria Schwartz“ zurück, der 1998 in Wien von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen wurde. Es ging dem seligen Anton Maria Schwartz um Kämpfer für den Glauben, um Apostel für Jesus! Das traf sich mit unserem Anliegen. Auch wir wollten „Apostel für Jesus“ suchen und heranbilden, die bei der Erneuerung des Glaubens in unserem Land mithelfen.

Dr._Madinger_P._Chr.jpgVon Anfang an gab es eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Missionszentrum und Dr. Herbert Madinger und der Katholischen Glaubensinformation Wien. Er selbst hatte uns ja sehr ermutigt, nach Schwarzau zu übersiedeln und in diesem Anliegen zu arbeiten: Jünger Christi zu suchen, die ihr ganzes Leben radikal auf die Grundsätze des Evangeliums aufbauen und Zeugen und Apostel in der Welt sind!

Die Sendung des P. Schwartz-Missionszentrums entfaltete sich zu einem guten Teil in Zusammenhang mit den Hausbesuchen mit der Wander-Muttergottes. Die sogenannten Gebietsmissionen, zu denen uns Dr. Madinger seit dem Jahr 2000 ermutigte, sind ein Weg der Wanderpredigt, wobei der eigentliche Wanderprediger die Muttergottes selbst ist.

Die Leitung der KGI in der Zeit nach Dr. Madinger

Schon im Jahr 2002 hatte Dr. Madinger offiziell die Leitung der KGI-Wien an Sr. Romana Haider übergeben. Er war 80 Jahre alt und hatte deshalb beschlossen, jene "Schwester der Jüngersuche", die damals schon seit über 20 Jahren mitarbeitete, um die Weiterführung der KGI zu bitten. Da Dr. Madinger noch in Reindorf wohnte, prägte er auch weiterhin die KGI. Im Sommer 2006 traf er die Entscheidung, nach seinem Urlaub aus dem Marienheim Gablitz  nicht mehr nach Reindorf zurückzukehren. Doch völlig überraschend erkrankte Sr. Romana Haider  an Bauchspeicheldrüsenkrebs, sodass sie am 15. Dezember 2006 verstarb.

Nun überlegte Dr. Madinger erneut, wie es für die KGI weitergehen sollte. Er sprach mich, P. Christian Oppitz COp an, ob ich mir vorstellen könnte, die KGI-Wien weiterzuführen. Gerne stimmte ich seiner Bitte zu, denn schon 1975 war ich in den damaligen Gruppen der KGI dabei, und diese Aufgabe faszinierte und begeisterte mich von Anfang an. Zwar wusste ich noch nicht, wie ich vieles ordnen sollte – denn ich war ja auch für das P. Schwartz-Missionszentrum verantwortlich – aber im Vertrauen auf Gott und mit der Unterstützung von Dr. Madinger begann sich alles zu klären.

Zunächst wurde die Zustimmung des Ordens der Kalsasantiner für diese neue Aufgabe erbeten, ebenso die Beauftragung durch den Erzbischof von Wien, Kardinal Dr. Christoph Schönborn. Auch von den Schwestern der Jüngersuche wurde die Erlaubnis gegeben, dass Sr. Hermi Beliza, die schon bisher für die „Schwestern der Jüngersuche“ in Schwarzau zuständig war, P. Christian in der Leitung der KGI-Wien unterstützen darf.

Von Anfang an war uns klar, dass dieses Werk der KGI unsere ganze Kraft beanspruchen würde. So gab es nur zwei Möglichkeiten: Entweder nach Wien übersiedeln – oder einen neuen Standort für die KGI suchen. Da kam im Juni 2007 das Wort von Dr. Madinger: „Hättet ihr in Schwarzau die Möglichkeit, den Standort für die KGI zu errichten?“ Wir begannen Gespräche und die Türen öffneten sich. Auch die notwendigen finanziellen Mittel kamen auf die Fürsprache des hl. Josef …  

Bereits im Sommer 2008 konnte die KGI-Wien ihren neuen Standort in Schwarzau am Steinfeld beziehen. Im selben Jahr wurde auch das Missionszentrum erweitert, sodass nun alle Schwestern der Jüngersuche, die in der KGI mitarbeiteten, am Ort wohnen konnten. Gott sei dafür gedankt!

Br_und_Sr_mit_Dr._Madinger.jpgIn all diesen Jahren, bis zu seinem Tod im August 2010, unterstützte Dr. Madinger die neue Leitung der KGI mit Weisheit und Klugheit. Er gab uns viele Wegweisungen und stand uns mit seinem Rat und viel Gebet zur Seite. Immer wieder drückte er seine große Dankbarkeit dafür aus, dass Gott alles so geführt hatte, dass es in seiner Grundintention weitergehen konnte: Er erlebte noch sehr wohlwollend die ersten Glaubensbriefe, geschrieben vom neuen Leiter der KGI; er war sehr erfreut über die neuen Glaubensbüchlein, die wir herausgaben; er sah, dass wir ähnlich wie er auf den Rosenkranz und die Kraft des Gebetes setzten; und er ermutigte uns, die Stützpunkte der Wander-Muttergottes zu stärken und viele neue Stützpunkte zu suchen.

Die Seelsorgsarbeit des „P. Schwartz-Missionszentrums“ haben wir nun zur Gänze auf die Sendung der KGI ausgerichtet. Mit ganzer Kraft arbeiten wir jetzt am Werk der KGI, der Heimat-Mission in unserem Land. Auch wenn wir spüren, dass wir noch viele freiwillige, ehrenamtliche und auch hauptberufliche Helfer und Mitarbeiter, Priester, Brüder und Schwestern für diesen Auftrag brauchen, sind wir sehr dankbar für die Führung Gottes bis heute und vertrauen die Zukunft ganz besonders der Muttergottes an. Wie sie die Diener damals mit dem Wort, „Was er euch sagt, das tut!“, ermutigt hat, wollen auch wir gehorchen und dabei vertrauen, dass Er unser Mühen und Sorgen um die Menschen, ähnlich wie das Wasser bei der Hochzeit zu Kana, in Wein wandeln wird: Gott selbst möge unsere armselige Hingabe wandeln und guten Wein, gute Frucht schenken.